Eine plattdeutsche online-Zeitschrift

Wart dat Plattdütske hochdütsk of dat Hochdütske plattdüsk?

in Sprache by
image_pdfimage_print

Dat de Dialekte un de Standardspraake sück gegensitig beenflussenk, was all ümmer so sit et ne Standardsprake güff. Dorbie was de Dialekt lange Tiet de normale Spraak um im Alltag tou kommunizieren. Ers JAHRESZAHL was et tounement verpönt in de Schoule of in offiziellen Situationen Plattdütsch tou proten. Öllern lehrten eere Kinners nich eenmal mehr Plattdütsch, WEIL se Angst haan dat de Kinners in de Schoule schlechter weern un toun Beespeel „den“ und „dem“ nich utnanner hollen könt. Kunn man also seggen dat de plattdütschen Dialekte hochdütschker worn sin?

Michael Elmentaler von de Universität Kiel secht, dat dat so is. He wist in eene Studie noar, dat in Vergliek mit den Dialekten von dat Ende von 19 Jahrhundert masse mehr hochdütsche Wöer verwendet wehrt und masse Wöer „hochdütsker“ woorn bünt. So göv dat fröer bloß de Form ‚Buddel‘ und nu güftet uk ‚Flasch‘ wat noar an dat standarddütske Wort ‚Flasche‘ is.

Umgekehrt güfft et aber ook eenige plattdüske Utsprachen in usen alltäglichen Gebruck, wenn wi denket, wi proatet Hochdütsch. Een Bespeel is dat Word ‚Zug‘. In Standarddütsch mössen wi eegentlich een langet ‚u‘ un ‚g‘ an Ende utsprechen, aver meesttiet protet wi ‚Zuch‘ mit een kurzet ‚u‘. Dat gült uk för de Wöer ‚das‘, ‚was‘ un ‚es‘. Oft segget wi ‚dat‘, ‚wat‘ un ‚es‘. Elmementaler stellt allerdings fest, dat düssen Gebruk öfter bi Öllere Lüe vorkomt. Jüngere Lüe protet ‚hochduitsker‘.

Bünt wi also up den Wech, dat alle blot noch Standardduitsk protet? Nee. Dorgegen is to seggen, dat sowohl de Dialekt as uk de „Mischung“ ut Dialekt und Standardduitsk in een Gespräch Ufgaven heff und so eenfach nich to ersetten is. Use Gespräke weern masse intöniger, wenn wi blot Hochduitske Wöer und Utspraken haan. Beespeele finnen sück in de Studie von Markus Denkler. Platt is ümmer noch eng tohope mit Nähe un vor allem mit fründliche Gespräke mit Familie und Frünnen. Düsse Verbindung nutztet wi. So is et häufig, dat wi Dialekt proatet wenn wi annere Lüe kegenproatet of kritiseert. So segget wi dör de Wahl von use Sproke: Wi bünt us nich eenig, aber menschlik bünt wi us trotzdem noch nah/ grön/ goud.

Wi seht also: Et güfft Tendenzen dat de Hochdütsken Influss gröter wat, aber wi brukt dennoch use Platt, um goud mitnanner uttoukomen.

Düssen Bidrag is schräven in Emslänner Platt.

Quellen:

Denkler, Markus (2007): Code-Switching in Gesprächen münsterländischer Dialektsprecher. Zur Sprachvariation beim konversationellen Erzählen. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 74 (2/3), S. 164–195.

Elmentaler, Michael (2008): Varietätendynamik in Norddeutschland. In: Sociolinguistica 22, S. 66–86.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Latest from Sprache

Go to Top