Eine plattdeutsche online-Zeitschrift

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Kultur

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150 Jaohr plattdütske Weetenskup

in Geschichte/Kultur/Sprache by

2024 fiert de Verein für niederdeutsche Sprackforschung (VndS) sien 150stes Jubiläum. Dat was in dat Jaohr 1874, dat de VndS gründt was. Lüe van de Verein för Kunst un Weetenskup beschlöten, tohope enen Verein för Plattdütsk to billen. Dat wassen för allem plietsche Lüe ut Hamborg, de dann in’t Jaohr 1875 dat erste Treffen organiseerten. De 20. Mai tröffen sik de Deelnehmers in’t „Patriotische Gebäude“ in Hamborg. As ärsten Vorsitter was August Lübben ut Ollenborg wählt.

De VndS dait sik för de plattdütske Spraoke un Literatur insetten. Up de Treffen van den Verein, de elke Jaohr to Pingsten stattfinnen deit, stellt Lüe ut de Weetenskup, man faken uk een, de sik süss wall för dat Plattdütske interessiert, Neiet för, wat se over den Sprake of de Literatur van vandage of ut fröihere Tieden rutfunnen häfft. Dat de Verein sik besünners för de Spraokgeschichte interessieren deit, is uk doran to seihn, dat de Pingsttreffen lange Tied tohope met de Verein für hansische Geschichtsforschung dörföhrt wörn.

Näben de Pingsttreffen giff dat noch ene annere Möglichkeit, üm döa den VndS över dat Plattdütske to praoten: de beiden Tiedskriften, de all över 125 Utgaven (bloß över de Kriegsjaohre gäif dat kiene neien Nummern) upwiesen deit. In dat Niederdeutsche Jahrbuch giff dat gröttere Biedräge över plattdütske Spraoke un Literatur. Faken bünt dat de Vordräge van de Pingsttagungen. Dat Jahrbuch häff uk Rezensionen över neie Böikers, de sik met Plattdütsk befassen deit. Uck up düsse Wiese wärd de Diskussion över aktuelle Themen anreegt. In dat Korrepondenzblatt erscheint kläinere Biedräge, Berichte över Tagungen un annere Treffen, Neiet ut de Verein un över Metglieder, de to’n Biespäil enen runnen Geburtstag fiert of siet 40 of 50 Jaohr Metglieder in’n Verein bünt. De Tiedskriften verbindt up düsse Wiese all öwer lange Tied de Lüe, de sik met Plattdütsk beschäftigen deit.

De VndS häff vandage ca. 350 Metglieder, doabi uk masse Bibliotheken, annere Vereine un Privatlüe. De meisten Metglieder häff awer as Lüe ut de Weetenskap met das Plattdütske to daun. De Metglieder kaomt nich bloß ut Norddütslamd, as man viellicht denken könn, man uk ut Holland, Belgien de skandinavischen Länner un ut Osteuropa. Dat wiest, wo allens dat Plattdütske siene Spuren laoten häff.

(VndS-Logo)

Een kann seggen, dat de Lüe ut de Weetenskup, de sik besünners met dat Plattdütske uteenanner settet häbt, Metglieder im VndS wassen of bit vandage bünt. Doaför is ohne Twiefel richtig, wat Langhanke/Elmentaler (2020: 86) seggt häbt, nämlick, dat „die Geschichte des VndS […] zugleich eine Geschichte der niederdeutschen Philologie“ is.För 2024 is plant, dat Jubiläum van de Verein een bitken tio fiern. De Pingsttagung, de dann wäer in Hamborg stattfinnen schall, sett sik met düssen Thema uteenanner.

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Literatur und Internetverweis

  • Internetseite des VndS: http://www.vnds.de/ .
  • Langhanke, Robert; Elmentaler, Michael (2020): 146 Jahre Forschung zu Sprache und Literatur im Norden: Der Verein für niederdeutsche Sprachforschung (VndS). In: Bundesraat för Nedderdüütsch & Niederdeutschsekretariat (Hgg.): Niederdeutsch in der Wissenschaft – aktuelle Projekte und Lehre. Hamburg, 85-86.

Düsse Biedrag is schwriewen in Emslänner Platt.

100 Jaohre Joseph Beuys – Kunst ut Äiken, Fett un Filz

in Allgemein/Geschichte/Kultur by

Joseph Heinrich Beuys is een dütsker Künstler, wecke enen sozialpolitischen un däils provokanten Änsatz van de Aktionskunst entwickelt häff. Häi häff mit sien Wärk groten Influss up de Entwicklung van de Kunst utübet un wäerd äs ener van de berühmtesten, äöwer ok umstrittensten Kunstschaffenden van de Bundesrepublik betäiket. De Kerl met Haut un Anglerweste gelt weltwiet äs ener van de bedeutendsten Aktionskünstler van’t 20. Jaohrhunnert un is äs „idealtypischer Gegenspääler“ van Andy Warhol tau säihn. Met medienwirksamen Kunstaktionen bestimmt häi de Schlaogzeilen.

In düsse Jaohr harr de influssrieke Künstler sien 100. Geburtsdäg fiert, worümme häi et in de Jubiläums-Utgave van Nettelkönning schafft häff.

Joseph Beuys wörd an’n 12. Mai 1921 in Krefeld boren. Taunächst häff häi sik för twölf Jaohre äs Berufssoldat verpflichtet, kööm 1945 allerdings in britische Kriegsgefängenschaft un kööm nao siene Entlaotung nao Kleve trügge. 1946 wörd häi Mitglied in de Niederrheinischen Künstlerbund un studeerte Maolerie un Beldhaauerie an de Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. 1953 fünnd siene eerste Utstellung in Kranenburg statt un van 1961-1972 wör häi Professor an de Kunstakademie in Düsseldorf. Siet 1964 möök Beuys bie jäider documenta (regelmäßige Utstellung för zeitgenössische Kunst in Kassel) met, woadör siene taunäähmende Präsenz in de Öffentlichkeit folgte. 1965 fünnd in Düsseldorf siene eerste Galerieutstellung statt un van September bit Oktober 1967 konn man de eerste Utstellung BEUYS in Mönchengladbach besöiken.

Ääbenfalls 1967 häff häi de „Deutsche Studentenpartei“ gründt un 1970 de „Organisation der Nichtwähler, Freie Volksabstimmung“. 1971 kömm et tau Gründung van de „Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung, in wecke de „Organisation der Nichtwähler“ opgöng. Parallel tau siene politischen Bestrebungen wörden Beuys Wärke (Täiknungen, plastische Belder un vääldäilige Ruuminstallationen (sog. „Block Beuys„) in verschäidenen Utstellungen op de heele Welt präsentiert: 1970 in Darmstadt, 1972 in Neapel un Rom, 1976 in Venedig, 1977 in Berlin, 1979 in New York, 1981 in Ost-Berlin, 1984 in Tokio un 1985 in London. Änfäng 1986 wörd üm de angesehene Wilhelm-Lehmbrück-Preis van de Städt Duisburg verläihet. An’n 23. Januar 1986 störv Beuys met 64 Jaohren nao ener seltenen Lungenkrankheit an Hätteversagen in Düsseldorf.

Dat ümfängrieke Wärk van Beuys bestaiht im Wesentlichen ut väer Bereichen: materielle Arbaiten in’t traditionellen künstlerischen Sinne (Maolerie un Täiknungen sowie Objekte un Installationen), de Aktionen, de Kunsttheorie met Lehrtätigkeit sowie siene sozialpolitischen Aktivitäten. Beuys settde sik in sien ümfängrieken Wärk met de Fraogen van Humanismus, de Sozialphilosophie un Anthroposophie utäiänner, wat tau siener spezifischen Defintion van de „Erweiterten Kunstbegriff“ un tau Konzeption van de Sozialen Plastik, unner wecke häi ene kreative Metgestaltung an de Gesellschaft dör de Kunst verstönd, äs Gesamtkunstwärk ledde.

Tau Ehren Beuys un ümme van sien 100. Geburtsdäg vermaoken sik zahlreiche Museen sienem Wärk un häff dat Joseph Beuys-Jaohr 2021 gemäinsam plaonet. Rund 25 Institutionen in 13 Städten fiern de Geburtsdäg van de wichtigen dütsken Künstler. In’t Middelpunkt staiht de grote Jubiläums-Utstellung in’t K20 in Düsseldorf. Äinige in düssem Tausammenhang plaoneten Veranstaltungen mossten leider ümme van de Lockdown in’t Raohmen van de Corona-Pandemie utfallen off wäert unner Vorbehalt mäögelker Ännerungen dörlett. Dat Kunstmuseum Mühlheim an der Ruhr bspw. organisierte dorümme diverse Utstellungen in’t Kiekfenster.

Düsse Bidrag is schriewen in Emslänner Platt.

Quellen:

Plattdüütsken (Memory-)Spölen up d’ Prüfstand

in Allgemein/Freizeit/Kultur/Rätsel by

Thematiske Henföhren

Laat Se uns stantepee mit enigen wenigen Fragen begünnen: Harren Se docht, dat ’t een schier neet to tellen Antahl van nederdüütsken Sellskuppsspölen gifft? Harren Se sük daarbi bovendeem Hör Leevdag vörstellen könen, dat ’n hele Rieg van verscheden Spöölsoorten – un daarmit neet blot Memorys – existeren? Harren Se ’t eerst rack för mögelk hollen, dat sük daarum sogaar al d’ Wetenskupp daarmit befaat hett? Doch een na ’t anner…

Begreepsbestimmens van Belang vörof

Eerst maal mutt uphellert worden, wat sük achter d’ Woordjes ‚Sellskuppsspööl‘ up de een Kant un ‚Memory‘ up de anner Kant nau verbargt. Unner Sellskuppsspölen versteiht man*froo för gewöhnelk unnerhollen Spölen van elken Slag, wat mennig Minske to glieke Tied tosamen spölen; se gahn also ‚in Sellskupp‘ dör, wat hör Woordherkummst verklaart. Daarhentegen hannelt ’t sük bi ’t Memory üm een besünnere, ehrder olle Sellskuppsspööl (of akkerater seggt: Leggespööl), waar d’ Spölerinnen un Spölers Kaarten, welke mit Biller, Fotos, Tekens of sükse bedrückt un je tweedübbelt daar bünd, in d’ eerste Stapp enkelt updecken un naast ut d’ Memoorje (engelsk ‚Memory‘ = ‚Behollen‘; ‚Memoorje‘) dat Tegenstück weertofinnen versöken.

Memory-Spölen van verscheden nederdüütsken Mundaarden up d’ Prüfstand

In d’ Folg sall bispöölhaft henstellt worden, för welkse verscheden plattdüütsken Mundaarden ’t Memorys gifft un welke Sünnerlikheiden se je uptowiesen vermöögt.

De Anfang sall in d’ noordnedersaksische Ruum maakt worden, un wall mit ’t Spööl Wat mutt, dat mutt. Das Plattdeutsche [sic!] Weisheitenspiel van Schmitz / Pecher / Soiron (2010). Dat besteiht ut veertig Kaarten, de, wat ’t Malen un Teken angeiht, jüüstso anspröksvull as mooi maakt bünd. Disse unnerdelen sük in twintig ‚Wat mutt,‘- un twintig ‚dat mutt.‘-Kaarten, wieldat man*froo daarup achten mutt, je man een Achtersied van disse twee Klassen uptodecken. In de Tied kann man*froo neet blot wiesen un meesttieds spaßigen plattdüütsken Seggwoorden as „Nehm di nix vör, | denn sleit di nix fehl.“, „Schöönheit vergeiht, | Hektar besteiht.“ und „Ook de swattste Koh | gifft witte Melk.“ lehren, sünnern bito stracks ’t vanpass Verdüütsken daartokriegen. So heet ’t to ’n Bispööl för d’ Levenswiesheid „Witt Peerd | brukt veel stroh.“ as nakummt: „Wenn der Küstenbewohner verbildlicht, dass man für gutes Aus- und Ansehen viel Aufwand betreiben muss.“ Wat för wahre Woorden!
Ofsluten Daten un Daadsaken: Spölerinnen un Spölers: twee bit sess; Ollersrahm: van sess Jahr an; Düürte: teihn bit 15 Menüten; Oordeel all tosamen: best!

Blievt wi in (Noord-)Nedersassen un riskeert een Kiekje up ’t oostfreesk Platt of vöölmehr Oostfreesland an sük. Daar hett d’ Oostfreeske Landskupp (2017/2020) ’t Memory Mark di dat! Plattdeutsches Gedächtnisspiel herutgeven, dat 32 Kaartenparen mit nederdüütsken Begrippen umfaat. To disse finnen sük heel dat Ankieken weert Biller ut Acryl, welke insofeern ’t wieder Insicht denen, as van hoogdüütsk Verklaren heel un dall ofsehn wurr – ’n Umstand, de en bietje schaa is: De 32 verscheden Modepe richten sük heel besünners na d’ (froh-)kindlike Beleevniswelt, weil Mark di dat! vör all för Kinnergaarns un Grundscholen entwickelt wurr. Daarum is van Egendoom (to ’n Bispööl „Slötel“) över Köst (to ’n Bispööl „Ies“) bit hen to Deren (to ’n Bispööl „Aaant“) all daarbi. Vör disse Achtergrund weer ’t anbrocht west, tegen d’ nederdüütsken ok hoogdüütsken Begrepen to nömen, de för d’ Kindjes un Kinner ’n Mehrweert van wegen Mehrsprakigheid upsmeten harren.
Ofsluten Daten un Daadsaken: Spölerinnen un Spölers: twee bit acht; Ollersrahm: dree bit 99 Jahr; Düürte: keen Angaav; Oordeel all tosamen: hunnert!

Nu gellt ’t, d’ Blick na Mäkelborg-Vörpommern to richten un daarbi dat Mariken-Memo. Gedächtnisspiel up platt van Bojarra / Matthies (2019) unner d’ Luup to nehmen. Dit is up Mękelborgsch-Vörpommersch verfaat, word daar van d’ Bildenministerium vöruthulpen un hett ’t sogaar in d’ utköörte Heimaadschattkist van d’ Heimaadverband Mäkelborg-Vörpommern schafft. Dat Mariken-Memo besteiht ut twee maal 48, also in ’t Geheel schierweg 96 (woll verstahn!) Kaartjes, dor kann man*froo up pläserelke Aard un Wies unglieken Woorden up Plattdüütsk to kennen kriegen. So bünd unner anners d’ Olldagsberieken Dingsen (to ’n Bispööl „Disch“) un Warktügen (to ’n Bispööl „Metz“), avers ok Famielje of Verwandtskupp (to ’n Bispööl „Mudder“) ofdeckt. So wied, so good. Alleen fallen d’ beiden Umstannen negativ in ’t Wicht, dat d’ Övermaat an Kaarten ’t Spööl wat (to) stuur to överkieken schienen laten deit un dat d’ Kaarten mit man blot veer maal veer Zentimeters en bietje unhandsaam, wiel (to) lüttjet daarankomen deit. Ofsluten Daten un Daadsaken: Spölerinnen un Spölers: keen Angaav; Ollersrahm: keen Angaav; Düürte: keen Angaav; Oordeel all tosamen: (leep) good! 

Un wo kickt ’t lesterhand in ’t Mönsterland ut? De Antwoord up disse Fraag fallt vernöchtern ut: Dat is spietelk, man ’t gifft daar keeneen Memory, ja allgemener proot: openbaar överhoopt keeneen nederdüütsken Sellskuppsspölen an sük… Üm disse Tostand stracks up de Kopp to stellen, finnt Se hier sowoll ’n blanko Memory-Vörlaag to Hör egen Gebruuk as ok bispöölhaft ’n sülvstmaakt Memory in Mönsterlännsk Platt to ’t Thema ‚Eten un Drinken‘ för je 36 Spöölkaarten. De meesten Begrepen bünd ’t Woordenbook van Averbeck / Averbeck (2017) utnohmen.

Tosamenfaten un Utkiek

In ’t Gefall, dat Se even up d’ Smaak komen bünd, freit ’t mi, Jo mitdelen to könen, dat neet blot anner plattdüütsken Memorys, sünnern butendeem unner anners mit Kolbeck (1995) ’n Bingo-, mit ’t Plattdüütsch-Zentrum Landesdeel Schleswig (1995) ’n Quartett-, mit Groth (2002) ’n Quiz-, mit ’t Hamborger Avendbladd (2013) ’n Entdeckungsreis-, mit Schmitz / Graw (2014) ’n Skat-, mit von Holten (2015) ’n Spraaklehr- un tolest mit d’ Oostfreeske Landskupp (2020) gaar ’n Computerspööl up Nederdüütsk existeren. Beschreev Cammann al in ’t Jahr 1970 för d’ Wetenskupp Die Welt der niederdeutschen Kinderspiele, so geev ’t also ok vandaag genoog Grünnen (nämlich: Spöölmateriaal!), disse Histoorje hüüt – 2020, temelk nau 50 Jahr later – wiedertoschrieven. Na denn man tau! 

Disse Bidrag is schreven in Oostfreesk Platt.

Literatuurlist

Averbeck, Rudolf / Averbeck, Rita (2017): Dat Mönsterlänner Platt. Wörterbuch. Hörstel: wiegedruckt.

Bojarra, Marita / Matthies, Britta (2019): Mariken-Memo. Gedächtnisspiel up platt. Bentwisch: Klatschmohn.

Cammann, Alfred (Hg.) (1970): Die Welt der niederdeutschen Kinderspiele. Schloss Bleckede an der Elbe: Meissner (Heimat und Volkstum 1970).

Groth, Karl-Heinz (2002): Schleswig-Holstein. Quiz op Platt. Neumünster: Wachholtz.

Hamburger Abendblatt (2013): »Sprechen Sie Hamburgisch?« Das Spiel. Eine spielerische Entdeckungsreise durch die Hansestadt Hamburg und ihre einzigartige Sprache. Hamburg: Springer.

Holten, Claudia von (2015): Super Oog. Tiet to’n Spelen mit eerste Sätz. Hamburg: Amiguitos – Sprachen für Kinder (Arbeitsbuch Extra).

Kolbeck, Hans (1995): Bingo op Platt. Ekenis: Hako.

Ostfriesische Landschaft (2017/2020): Mark di dat! Plattdeutsches Gedächtnisspiel. Aurich: Plattdüütskbüro.

Ostfriesische Landschaft (2020): Spööl di platt! Aurich: Plattdüütskbüro.

Schmitz, Michael / Pecher, Roland / Soiron, Walter (2010): Wat mutt, dat mutt. Das Plattdeutsche [sic!] Weisheitenspiel. Köln: Anaconda.

Schmitz, Michael / Graw, Gerold (2014): Das Petersen-Spiel. 3 in 1: Das plattdeutsche Seemannsgarn-Mau-Mau – Das plattdeutsche Klabautermann-Skat – Der Schwarze Pirat. Köln: Anaconda.

Zentrum für Niederdeutsch Landesdeel Schleswig (1995): Quartett un Swatte Peter. Leck: Zentrum für Niederdeutsch.

Dat Ohnsorg-Theater

in Kultur by

Geschichte

Dat Ohnsorg-Theater wörd 1902 up Initiative van’n Richard Ohnsorg unner de Naomen Dramatische Gesellschaft Hamburg gründet, wecke 1906 in Gesellschaft für dramatische Kunst ümmebenöimet wörd. In’n ersten Jaohren här de Gesellschaft kienen Bezug tau de plattdütske Spraoke. Dat häff sik 1910 ännert, äs Richard Ohnsorg de Vörstand un de künstlerische Leitung aowernaohmt häff. Ohnsorg woll nich an’n plattdütske Theatertradition änknüppen, häi woll weg van’n plattdütsken Possenspääle un Schwänken van’t 19. Jaohrhunnert.

1916 gerodde Ohnsorg de Dörbräoke mit de Gedenkfier för sien fallen Autor Gorch Fock (richtiger Naome wör Johann Kienau). De 5. April 1918 wörd tau wichtigsten Däg för Ohnsorg, weil de Urupführung van’t Stück De Fährkrog van Hermann Boßmann, sien näier Autor, häff passeert. 1920 is et tau ener Naomensännerung in Niederdeutsche Bühne Hamburg kaomt. 1946 kreeg et de Naomen Richard-Ohnsorg-Theater, vandaoge it dat Ohnsorg-Theater ene GmbH un Äigentümer is de Niederdeutsche Bühne Hamburg e.V.

Rundfunk un Fernsehen

Af 1924 is dat Ensemble ok allman bie de NORAG vör de Rundfunkmikrophone trett, de Tauhopearbäit wörd noa de Gründung van’n NWDR Hamburg un laoter van’n NDR bis in de Käägenwart fortsettet. Bie de Produktionen handelte et sik in’n mäisten Fällen üm Mundoort-Hörspääle van unnerschäidelke Genres. Siet 1954 wäern Upführungen van’n Ohnsorg-Theater in’n dütsken Fernsehen sendet, wodör dat Ohnsorg-Theater släggoortig in Dütskland bekannt wörd. Üm een bräiteres Publikum tau recken, wäerd bie de Fernsehuptäiknungen keen rines Plattdütsk spraokt, sünnern ene stärk norddütsk infärwet Form van’n Hochdütsk, dat Missingsch. De eerste Fernsehsendung kööm an’n 13. März 1954 mit de Stück Seine Majestät Gustav Krause.

Ümmetrecken un bis vandaoge

In’n September 1936 konn de Niederdeutsche Bühne in dat Kleine Lustspielhaus an’n Großen Bleichen luken, wor dat Ohnsorg-Theater bis 2011 tau Huus wör. Siet de Späältied 2011/2012 is dat Ohnsorg-Theater in’n Bieberhaus an’n Heidi-Kabel-Platz 1 tau Huus. De Ümmetrecken in’t näie Huus mit gauder Erreichbarkeit, bääteren Platzverhältnissen, ener erstklassigen technischen Utstattung un de baowenbott Studio-Bühne bütt de Ohnsorg-Theater hervorragende Perspektiven. Dat neue Studio wörd in de Späiltiet 2012/2013 aopenmaket un up de Späilplan staohn Stücke, wecke tüürt een junges Publikum anspraoken. De Schwerpunkt liggt up de Kinner- un Jugendtheater – op Platt.

Noch bis Februar 2020 lopp in’t Großen Haus de Komödie Alarm in’t Granthotel – Suite Surrender van Michael McKeever.

Düsse Bidrag is schriewen in Emslänner Platt.

Quellen:

Dat Ohnsorg-Theater 2

in Kultur by

An hoogklassig Upföhrens köönt sük de Besökers vun’t Ohnsorg-Theater in Hamboorg in de Naberskupp vun’n Hoovdbahnhoff freien, de deelwies ok up Plattdüütsch vörföhrt werden.

Dat an meesten bekennte nedderdüütsche Volkstheater snackt „Hün un Perdün op Platt“.

Hün un Perdün

Düsse Seggwies bedüddt so veel as „alls Mögelke“ of „Düt un Dat“ un is en plattdüütsch Utdrück ut Noord/Westdüütschland. „Hün un Perdün“ was eerst de Titel vun een Artikelreeg vun den fröheren Museumsbaas un Archäologen ut Herne Karl Heinz Brandt, de he in de 1930er Jahren in de Herner Journaal bekannt mook. In düt Reeg verbredd he sowoll Neeis as ok unbegriepelk Saken över de Lokaalgeschicht un Archäölogie in de Stadt. Düt inspireerde den Herner histoorschen Vereen sük düssen Naam to geven. An’n 1. April 2015 was he gründt un arbeidt eng tosamen mit dat Herner Stadtarchiv. Den sien Hülp is de Hovvdupgaav vun düssen Vereen.

Dat neeie Theater

Na 75 Jahren het sik för dat Ohnsorg-Theater mit dat Umtrecken vun de „Groot Bleken“ to den Heidi-Kabel-Platz en lang Wunsk erfüllt. An’n 8. Juli 2011 full de lest Vörhang in de old Spillstee. Dat Ensemble see tschüss mit de Komödie Brand-Stiftung un verdeelde witte Taskendoken mit de Upschrift Ohnsorg-Theater – Atschüß, altes Haus! Lest Upföhrens, 08. Juli 2011

Dat Theater fung in de neeie Spillstee vun‘t Traditschoonshuus „Bieberhaus“ an’n Heidi-Kabel-Platz 1 mit en plattdütsche Versioon vun William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ an. Siet August 2011 spöölt dat Ensemble nu in dat mehr moderne un gröttere Huus mit modernste Technik un 50 Platzen mehr as in de olde Spillstee. All Besökers hebbt en gode Sicht un best Akustik. Met 414 Platzen, en Fahrstohl un en gode Klimatiseeren köönt de Besökers modernen Komfort verwachten un sik an de Portalhöchte vun 4,70 m un bovendeem en Spöölböhn freien.

Good to weten

Dat Ohnsorg-Theater is en Theater, dat dat Anerkennen  un dat Weten över de nedderdüütsche Spraak dör ehren Upföhren vun Theaterstücken up nedderdüütsch fördert. Man dat was nich alltied as so. Siet Richard Ohnsorg 1910 Vörstand wurd un de künstlerisk Leitung vun den „Vereen för dramatisch Künst“ övernamm, kehrde sük de Vereen de nedderdüütsch Spraak to un nöömte sik in „Niederdeutsche Bühne e.V.“ um.

Siet 1954 waard Upföhrens vun dat Theater ok stadig in de Glotz överdragen un Ikonen as Heidi Kabel, Heidi Mahler un Henry Vahl hebbt de Böhn bundeswiet bekennt mookt. Wiest werden vandaage Lüstspillen, Komödien, tegen Klassikern ok eernst Stücken, de dat Facettenriekdoom vun de plattdüütsche Spraak wiesen.

Düssen Bidrag is schrieven in ostfreesk Platt.

Theater in’n Zoo

in Kultur by

As Hermann Landois in 1863 in Mönster de „Insel“ dicht bi de Innenstadt koopte, was sien Plan, enen Westfäölsken Zoo up de Beene to stellen, de 1875 gründt was. Hermann Landis was to düsse Tied Assistent för Zoologie bi de Akademie in Mönster. Studeert haar häi Philosophie un Theologie. Häi interesseerte sick uck för dat Plattdütske un för kulturelle Saaken, so as dat Theater. Dat is för seeker uck för düsse väälen Interessen, dat häi 1881 up de Idee komen is, ene Theatergesellschaft to grünnen, üm för den Zoo Geld to sammeln. Dat is de Ursprung van de Abendgesellschaft Zoologischer Garten in Mönster.

De Stücke, de van de Abendgesellschaft upführt worrn bünt, wiest ene Rieg van Besünnerhäiten up. De ärste ist, dat de Stücke van Metglieders van de Gesellschaft sümmers schriewen worrn bünt. To de Autoren hört to’n Biespäil Eli Marcus, de Stücke as „Usse Dölfken oder Latienske Buern“ schriewen harr (Markus 1905), of Franz Folger, de faken späält was, to’n Biespäil met „Schnieder Bänd of De Goldsiergen ut Indien“ (Folger 1927). In de laste Jaohren van de Abendgesellschaft häff Richard schmieding ene Riege van Stücken biestuert, to’n Biespäil „De Jungmüehle“, de in 1999 för de Landois-Festspiele upführt was, of „Puten un Computer off: Wann use Papa dat Dingen nich har“ van 2002. De Inhalt van de Stücke was mäisttied humorisk, faken wassen dat Geschichte to’n Karneval of to annere Anlässe in’t Jahr, met Henwiesen up lokale of nationale Ereignisse in Politik of Gesellschaft, faken mengelt met orientalske Bälder. Elke Joahr gäif dat een näiet Stück, so dat de Autoren in’n Winter ümmer flietig an’t schriewen wassen, üm för dat näste Joahr parat to wäen.

Alle Stücke wassen up plattdütsk. Alle Rollen wörn späilt döa Mannslüe, de Abendgesellschaft was in düsse Hinsicht heel besünners. Uk de Gewohnheit, up de Bühne keen Water sonnern Schnaps to drinken, wenn een dat naoh Text daun schöllde, was in annere Theatergruppen so nich faken to finnen. Besünners was uck, dat de Schauspieler met de Lüe in’t Publikum tohoope Lieder singen däen, to’n Beginn van elke Akt. Dat was för dat Gefäuhl, ene Gemeenschaft to wään, heel wichtig.

De Abendgesellschaft Zoogischer Garten giff dat bit vanddage, blots Stücke wäert nicht mähr upführt. De Verbunnenheit to’n Allwetterzoo Münster bestaiht aower bit vandaage. Faken findt een Lüe van de Abendgesellschaft, de as Hermann Landois maskeert bi Festen of annere Gelegenheiten uptreden daiht. Dat hört in Mönster to de Traditionen, de gerne pleegt wart.

Literaturhinweise
Folger, Franz (1927): Schnieder Bänd of De Goldsiergen ut Indien. Münster/Westf.: Greve.
Markus, Eli (1905): Usse Dölfken oder Latienske Buern. Essen-Ruhr: Fredebeul & Koenen.

Düsse Bidrag is schriewen in Emslänner Platt.

Theater in’t Münsterland

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Dat plattdütsche Theater is eene von de wichtigsten Oorte, woar de Sproak noch proatet wat und tou seein is. Meest in lustige Stimmung wat dat Stück kiecket und klönt. Doar kann man seeien, dat Plattdütsch lebendig is und Spaß moakt. So een Theaterbesöök is een geselliget un kulturellet Erignis und lohnt sück. Daför habt wi hier een kleene Tousammenstellung von plattdütschen Bühnen in un um Münster:

Plattdeutsche Bühne Haltern

De Bühne güfft et all sit 1988 un is de Verien is dat ganze Joar aktiv. Düsset Joar wat dat Stück „De Banküwerfall“ upführt. Tickets un Termine güft et hier:

https://plattdeutschebuehnehaltern.jimdo.com/

Niederdeutsche Bühne am Theater Münster e.V

Eene noch längere Tradition haff de Niderdeutsche Bühne am Theater Münster e.V. . De fiert düsset Joar dat hunnerste Jubiliäum. Doarför gäv es taalrieke (un verdiente) Fierstunnen. De Höhepunkt von disse Fierlichkieten is dat Stück “ En Midsummernachtsdraum“ von W. Shakespeare. Hannes Demming haff översettet. Termine un Koarten hier:

http://www.niederdeutsche-buehne-muenster.de/

Laienspielschar Nienberge

Ook in Nienberge kunn man plattuitsche Ufföhrungen seihn.. Düsset Joar wat eene Komödie mit denn Titel „Dumtüüg to twwet“ upföhrt. Dat Stück is von Erika Elisa Karg. Termine un Tickets:

https://theater-nienberge.de/one-pages/Theater2020/index.html#home-section

„Lach män lück!“ aus Münster-Albachten

De plattduitsche Speelgemienschaft föhrt sit 1978 jedet joar um de Wintertiet een Stüc up und unnerhölt so de Lüe und erhöllt de Plattduitsche Sproak. Düsset Joar wat dat Stück „Trudes Bude“ speelt.

https://www.plattdeutsches-theater-albachten.de/

Plattdeutsche Laienspielschar Nottuln e.V.

In Nottuln geiht et – tuminnest in den Titel – fröhlick tou. Doar war dat Stück „Drei Korn un een Söten toviell“ speelt, woar et um de Folgen von een lustigen Omd. Tickets und Termine hier:

http://plattdeutschelaienspielschar.de/

Düss is blot een unvollstännigen Öwersicht un et güff noch masse annere Bühnen. Wenn ih noch annere Theater kennt of süwet speelt, schriew dat gerne in de Kommentare unner düssen Bidrag.

Düssen Bidrag was schreeven in Emslänner Platt.

Dat allerbest to d’ 100. Gebuursdag, leve Niederdeutsche Bühne!

in Allgemein/Geschichte/Kultur by

Befaat man*froo sük mit ’t Thema ‚Plattdüütsk un Theater‘, so kummt man*froo neet umto, up de Niederdeutsche Bühne am Theater Münster e. V. to proten to komen – eerst recht neet van ’t Jahr, in dat se al hör hunnertjährige (woll verstahn!) Jubiläum fieren dürt. Doch een na ’t anner…

Daten un Daadsaken van Belang vörof

De Niederdeutsche Bühne wurr up 12. Mai 1919 – also noch neet enmaal een Jahr na Enn van d’ Eerste Weltkrieg in d’ November 1918 – unner de Naam ‚Niederdeutsche Bühne der literarischen Gesellschaft Münster in Westfalen‘ mit ’t dreefoldige Vörhebben gründt, de plattdüütske Spraak eerstdens to fördern, tweedens to plegen un daarmit dreedens to wahren. Wat domaals unner Vörsitz van Friedrich Castelle mit ’t Drama Hatt giegen hatt. Niederdeutsches Bauerndrama in drei Aufzügen (1917, eerste Upföhren in Mönster up 06. April 1919; Regie: Frank Wahl) van d’ later jüüstso bekennte as um siene Leevde to ’t NS-Regime kritisk beoordeelte Heimaaddichter Karl Wagenfeld in een sware Anfangsphase un in d‘ lüttje Kring begunn, mutt vandaag in d’ Rüggblick sünner Twiefel as Erfolgvertellsel sünnerglieken betekent worden. So lesen sük alleen al de wesentliken Daten un Daadsaken överut beindruckend: Bit upstünds (Stand: Dezember 2019) bünd in hunnert Jahr nau 114 egens produzeerte Stücken van 49 Schrieverskes un Schrievers dör 17 Regisseurskes un Regisseuren dörföhrt worden, nämlick 90 Lüstspölen, 14 Dramen, dree Mysterienspölen, twee Kriminaallüstspölen, twee lyrisch-religiööse Fierstünnen, een gemene Upföhren, een Glieknis un en Märken.

Histoorje

Wo laten sük disse Tallen verklaren? Een Kiekje in d’ Histoorje van d’ Niederdeutsche Bühne verraadt, dat ’t to elke Tied slicht genoog engageerte freeiwillige Lüü ut de hele nederdüütske Spraakgewest gaff – daarunner neet tolest de völen (Laien-)Schauspölerinnen und (Laien-)Schauspölers – de ’t umsünst mögelk moken, dat een stüttige Spielbedriev de Niederdeutsche Bühne in ’t vöölklörige Mönsterlänner Theaterangebood inschoov, ja vööl mehr noch: to sien faste Bestahndeel worden leet. De eenstige Utnahm, denn sogaar in d’ Tied van d’ Tweede Weltkrieg (1939-1945) wurr spöölt, was daarbi een Spöölpaus tüsken 1954 un 1958, de ’t dör innerlike Schelen gaff. Daarna was ’t vör all Werner Brüggemann, de sük as Spöölbaas un Regisseur van ruugweg 40 Spillen tüsken 1960 und 1996 (up hum folgde de neet minner bekennte Hannes Demming) um d’ Stadigheid van d’ Niederdeutsche Bühne un van d’ Nederdüütsk an sük besünners verdeent to maken wuss.

De Niederdeutsche Bühne vandaag

Un hüüt? Siet gerume Tied finnen de Stücken van d’ Niederdeutsche Bühne, de hör Vörsitterske is siet 2010 de Rottendorf-Priesdragerin Elisabeth Georges, in ’t Kleine Haus van de Theater Münster statt un de Spööltied geiht meesttieden van November bit Mai. Sodaan ok van ’t Jahr: A Midsummer Night’s Dream (um 1595) van William Shakespeare is siet Enn November 2019 bit Anfang Mai 2020 as En Midsummernachtsdraum to bewunnern.

Tosamenfaten un Utkiek

Doch potteengaal, welke Persoon dat Theaterleid harr und hett un welke naue Spill up de Agenda stunn un steiht, de Niederdeutsche Bühne vermuch un vermag in all de Jahr heel besünners een Saak unner Bewies to stellen: de Bruukbaarheid van ’t Plattdüütsk för dat Verhaal van Literatuurwarken mit elken Soorten (süh boven; van klüchtig över nadenkelk bit hen to kritisk is all daarbi) ut verschedenen tiedelken Setten. Daarbi gung un gahn hör Inhalten wied över rein folkloristische Pläseer herut, waarum tegen troe Stammpublikum intüsken ok jungere Lüü in de Tokiekerriegen begrött worden könen. In disse Sinn blifft, um disse körte Bidrag oftosluten, to hopen, dat na uns folgen Generatioonen in Anduken un Torüggdenken an Demming / Terfrüchte (2019: 22) dat hier faststellen könen worden: „Die Niederdeutsche Bühne am Theater Münster beginnt ihr [drittes] Jahrhundert.“ Na denn man tau – up de anner hunnert Jahr!

Disse Bidrag is schreven in Oostfreesk Platt.

Dat Kleine Haus van d’ Theater Münster
Hier spöölt de Niederdeutsche Bühne: in ’t Kleine Haus van d’ Theater Münster.

Literatuurlist

Demming, Hannes / Terfrüchte, Dorothee (2019): Die Niederdeutsche Bühne am Theater Münster beginnt ihr zweites Jahrhundert. In: Torhaus aktuell. Münstersche Kultur- und Heimatpflege 2019/2, S. 22-24.

Hoss, Karl (1987): Kultur in der Stadt Münster. Theater und Musik 1945-1976. Münster: Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Dezernent für Öffentlichkeitsarbeit.

Noppeney, Petra (2019): Dem Volkstheater verpflichtet. Auch die Niederdeutsche Bühne Münster feiert ihr 100-jähriges Bestehen. In: Westfälische Nachrichten vom 20. März 2019, S. 29.

Schilling, Elmar (2008): Die Niederdeutsche Bühne an den Städtischen Bühnen Münster. In: Peters, Robert / Roolfs, Friedel Helga (Hgg.): Plattdeutsch macht Geschichte. Niederdeutsche Schriftlichkeit in Münster und im Münsterland im Wandel der Jahrhunderte. Münster: Aschendorff, S. 208-210.

Sodmann, Timothy (2019): »Of dat alls waohr is, wat de dao segg?« Theater-Geschichte. 100 Jahre Niederdeutsche Bühne Münster. In: Roolfs, Friedel Helga (Hg.): Die Niederdeutsche Bühne am Theater Münster 1919-2019. Münster: Aschendorff, S. 87-182.

De Pälzer Spraokinsel an’n Niederrhein

in Kultur/Sprache by

Siet ca. 260 Jaohren wäerd in’n Dörper Pfalzdorf, Louisendorf un Neulouisendorf an’n linken Niederrhein in’n Näöchte van Goch Pälzersch protet. De pälzische Spraokinsel liggt in’n ütersten Westen van Dütskland links van Niederrhein tau de niederlandeske Grense hin up de Niederrheinischen Höchtezug tüsken de Orte Goch, Kalkar un Kleve.

Siedlungsgeschichte van’n Pälzer an’n Niederrhein

De schlechte wirtschaftlicke Laoge, Kriege un Unnerdrückung van’n Protestanten van’n pälzischen Kurfürsten Siete führten Änfäng van’t 18. Jaohrhunnert tau ener räägelrächten Utwanderungsflaut. 1741 möök sik ene Trupp ut’n Kurpalz up’n Wegg nao Rotterdam, van wor ut säi än’n amerikanische Oostküste aowerschüppern willen. Vääle middellosse Utwanderer konnen de hohen Kosten van’n Säiraise nich betaolen, sodat säi in’n Niederlanden blieven. Üm düss intaudämmen, laotet de niederländischen Behörden nur noch Emigranten aower de Grense, wecke een gültigen Aowerfohrtskontrakt hatt. Ut düsse Ursaoke gerodde 1741 ok de Utwanderungspläöne van’n Trupp ut’n Kurpalz nich, woruphen de preußischen Behörden in Kleve de etwa 20 Familien enen Däil van’n Gocher Heide tau de Besiedlung aowerlaoten, wor dat heutige Pfalzdorf gründet wörd. In’t 19. Jaohrhunnert köömen noch Louisendorf (1820) un Neulouisendorf (1827) daotau. Mit eerer rheinfränkischen Mundoort in’n sonst niederfränkische Gäägend wörden de Kolonisten somit ene Spraokinsel. Hauptursaoke för de Offgrenzung wör de konfessionelle Unnerschäidelkheit: de Niederrheiner wörn katholischer Konfession un köömen somit för de protestantischen Änsiedler äs Traaupartner nich in Fraoge, wat ene soziale un somit ok spraoklicke Assimilation van’n Pälzer uphollte. Erst in’t 20. Jaohrhunnert brääk düsses Muster up un et wörd ut dat Dörp uttraauet. Hintau kump, dat de Kinners de in’n Dörper änsässigen Schaulen besochten.

Spraoklicke Merkmaole van’t Pälzersch

De pälzische Mundoort van’n Dörpbewaohner, Pälzersch nöimet, unnerschäidet sik dütlick van’n dütsken Standardspraoke un noch mehr van’n kleverländischen Mundoort van’n ümliggenden niederrheinischen Orte. Ümme de Isolation un de Lääwenstrukturen konn sik de mitbrocht rheinfränkische Mundoort bit in’n heutige Tied hollen. Markante Unnerschäide ergäwwen sik dör de geographische Laoge van’n pälzischen „Utgangs“-Mundoort. För dat Pälzische bünt dialektgeographisch väer Isoglossen entschaidend. Dat bünt tau enen de twäi Linien van’n Rheinischen Fächer, wecker sik infolge van’n Zweiten Lautverschiebung ergäwwen häff: de dat-das-Linie in’n Oosten un de Appel-Apfel-Linie in’n Süden. Typisk för’n pälzische Mundoort is de Utspraoke van /st/ äs scht (bspw. fescht ‚fest‘). Hintau kump de südwestlicke Afgrensung dör de Eis-Is-Linie. Ok ligg dat Pälzische tau grooten Däilen in’n Gäägend van’n d– un t-Rhotazimus, wat de Wandel van d un t tau r in vokalischer Ümgebung betäiket (bspw. Brure ‚Bruder‘). Ok de Vokale träet offwäikend tau’n Standardspraoke un dat Kleverländische up: bspw. de Entrundung van /ü/ und /ö/ un dat Fäählen van’n Diphthong eu (bspw. Stick ‚Stück‘, grien ‚grün‘ un nei ’neu‘). Äs urpälzisches Merkmaol gilt dat hinnere, (halb)gerundete a.

Aktuelle (spraoklicke) Situation

Eerst käägen Ende van’t 19. Jaohrhunnert un leßtlick eerst in’n Loope van’t leßten Jaohrhunnert ännerten sik de Gegäwwenheiten in Rooje Integration un Assimilation, wat sik ok in’n spraoklicken Verhältnissen weerspäigelt. Verbääterte Verkehrsbedingungen un de dormit verbunnene Mobilität, Vebräitung van’n Massenmedien un de Verstädterung in’n leßten Joahrzehnten häbbt düsse Entwicklung begünstigt. Hintau kaomen twäi wiedere Maite: de dräi pälzischen Siedlungen bilden administrativ kene Eenheit. Bit 1969 wörn säi sik sülwes verwaltende Orte, wecke in’n Raohmen van’n kommunalen Neugliederung in unnerschäidelke Orte ingemeindet wörden (Pfalzdorf wörd een Ortsdäil van Goch un Louisendorf hört tau Kalkar). So wör de in sik slaotene (Spraok-)Inselstruktur upbraoken. Tau annern wör de Schließung van’n Dörpschaulen een insnäendes Ereignis in’n Kolonialvertellsel. Siet de Schaulreform mäöt de Kinner in’n Schaulen van’n ümliggenden Orte gaohn. Dör de taunehmende Milderung van’n religiösen Änsichten wörden alltied häufiger Ehen tüsken protestantischen Pälzern un katholischen Niederrheinern slaoten. De Kontakt tau de Ümgäwwung erfödderte ene spraoklicke Assimilation, worbie in’n Räägel ene Orientierung tau de Spraoke van’n Mehrheit erfolgt. All düsse Faktoren mööken enen verstärkten Kontakt tau de Ümgäwwung mäögelk un ok nötig. Ok de Normierung dör de Schaule in Bezug up de Bruuk van’n Standardspraoke späält darbie ene entschäidende Rolle. De typisken Domänen van’n Mundoortbruuk gaoht verloren. Dör de Mischehen kriegen ok annere Varietäten Einzug in’n Familie. D.h., in Situationen, in däi normalerwiese in’n Mundoort protet wäerd un de prägend bünt för wiedere – ok spraoklicke – Entwicklung, mäöten nu verstärkt annere Varitäten nutzt wäern. Somit nehmen de Mäögelkkeiten, Pälzisch tau proten, stark af. Dat Pälzersch wäerd in’n heutigen Tied bloot noch allman van’n ölleren Inwaohner protet. Tausstellend kann man fastehollen, dat för de pälzische Spraokinsel van enen äindeutigen Mundoortrückgang protet wäern kann. An’n Stääe van’n alltied wieder trügge drängten Mundoort trett dorbie dat Hochdütske.

Düsse Bidrag is schriewen in Emslänner Platt.

Quellen:

  • Beyer, Rahel (2011): Tendenzen der generationsbedingten Variation im pfälzischen Sprachinseldialekt am Niederrhein. In: Ganswindt, Brigitte; Purschke, Christoph (Hg.): Perspektiven der Variationslinguistik. Beiträge aus dem Forum Sprachvariation. (= Germanistische Linguistik 216-217). Hildesheim, Zürich, New York: Olms. S. 57-77.
  • Schiering, René (2003): Zur Dokumentation des Pälzersch in Pfalzdorf, Louisendorf und Neulouisendorf (Niederrhein) – Bericht eines zweiwöchigen Feldforschungsaufenthaltes. In: bulletin no. 10. Mitteilungen der Gesellschaft für bedrohte Sprachen e.V. Herausgegeben von der Gesellschaft für bedrohte Sprachen e.V., S. 7-14.
  • https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/wissensportal_neu/dialekt_1/dialektinseln_1/pfaelzer_sprachinsel.html, 01.07.2019

Spraokmengeler in’t Ruhrgebiet – Wat is dran an de Klischees?

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Dat Gebiet twischen Rhein un Ruhr häff eene besünnere Spraoke. Ümdat vör över hunnert Johr vääle Lüe met ünnerscheedlicke Dialekte in eene kotte Tiet in’t Ruhrgebiet kamen, was eene näie Umgangssprache entstaohn, de Ruhrdeutsch nöömt wäerd. De Fraag, de vääle interesseert, is, woans so eene Spraoke entaohn konn un vör allens, wecke Lüe darop inwarkt häbbt.

Einflüsse ut’t Polnische?

Eene populäre Erklärung is, dat polnische Inwanderer, de to’t Arbeiden in de Region köömen, ähre Moderspraok metbrochten un so de dütske Spraoke ännerten. Düsse Theorie giff et al siet de 1920er und ok vandage findt sick Lüe, de dat glöövt. Dat de Theorie man nich stimmt, häff de Sprachwissenschaftler Heinz Menge vör över därtig Johren wiest: De meisten Ruhrdeutsch-Merkmaole kaomt ut de niederdeutschen Dialekte – Westfaolsk und Neederfränkisch, de vör de Industrialisierung Masse proot wörden. Met polnische Satzbau un Wöer heff Ruhrdeutsch nich vääl to doon. Dat eenzige polnische Woort, dat vandage recht bekannt is un ok brukt wäerd, is Mottek (pol. eegens Młotek) – op Hoogdütsk Hammer. Dat de Polen hier ähre Sporen hinterlassen, maakt Sinn, denn de Hammer wörd faken in’n Bergbau bruket – Eene Branche, wo vääle Polen domals Arbeid fünnen.

Vääle Spraoken statt Spraokmengeler

Fremdspraoken giff et Masse in’t Ruhrgebiet, man dat häff nich to eene Mengeler führt. Dat is mehr eene Veelfalt van heel unnerschaidlike Spraoken: Türkisch un Arabisch kann nau so hört wäern as Polnisch, Englisch un Hoogdütsk. Spraoken wäerd nich alltied mengelert un eene neue Spraoke enstaoht. Daför dat dat passeert, mäöt bestimmte Bedingungen erfüllt sein. För de plattdütske Dialekte und Hoogdüütsk bünt düsse Bedingungen vör över hunnert optimal weest.

Ruhrdeutsch twischen Plattdütsk un Hoogdüütsk

Sprachwissenschaftler geiht daovan ut, dat sik met Ruhrdeutsch eene
Ausgleichssprache (Harden 1985) twischen Plattdütsk und Hoogdütsk utbildet heff. De Dialekte, de in’t Ruhrgebiet spraoken wäerd, konnen de Inwanderer nich good verstaohn. Hoogdütsk annerseits habbt vääle Lüe goar nich richtig läern könnt, umdät dat to wenig Schoolen gööv. De Bewaohner mossten sick man verstaohn un hebbt van beide Spraoken Merkmaole övernaomen. Sowat ist besünners einfach, wenn de Spraoken – as Plattdütsk ud Hoogdütsk- bestimmte Ähnlichkeiten häbbt. So bünt Twischenformen entstaohn, wat in de Bispääle wiest is:

  1. Plattdeutsch: met sien Auto
  2. Ruhrdeutsch: mit sein Auto
  3. Hochdeutsch: mit seinem Auto
  1. Plattdeutsch: op de Bank, an de Straote
  2. Ruhrdeutsch: auffe Bank, anne Straße
  3. Hochdeutsch: auf der Bank, an der Straße

Alltohoop kann nu seggt wäern, dat dat doch sowat as een Spraokmengeler gaowen häff. Blots häff dat twischen Plattdüstk und Hoogdütsk stattfunnen. Vandage deit de Bewaohner in’t Ruhrgebiet dat faken gor nich weeten. Spraoklike Formen as auffe un anne wäert neben de hoogdütsken Formen in’n Alldag bruket.

Düsse Bidrag is schriewen op Emslänner Platt

Literatur

Menge, Heinz (1985): Einflüsse aus dem Polnischen im Ruhrgebiet? In: Mihm, Arend (Hg): Sprache an Rhein und Ruhr (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beihefte). Stuttgart, Steiner: 223-244.

Harden, Theo (1985): Zwischen Wenker und dem ersten Weltkrieg. In: Mihm, Arend (Hg): Sprache an Rhein und Ruhr (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beihefte). Stuttgart, Steiner: 99-106.

Schiering, René (2005): flektierte Präpositionen im Deutschen? Neue Evidenz aus dem Ruhrgebiet. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, 72, H. 1:52-79.

Mihm, Arend (1997): „Die Realität des Ruhrdeutschen – soziale Funktion und sozialer Ort einer Gebietssprache. In: Ehlich, Konrad; Elmer, Wilhelm; Noltenius Rainer (Hgg.): Sprache und Literatur an der Ruhr. Essen: Klartext: 15-34.

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