Sprachkurs Westfäölsk — Lektion 8

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Dies ist ein kleiner Sprachkurs für das Westfälische bzw. Münsterländer Platt. Hier geht’s zu den Lektionen 1, 2, 3, 4, 5, 6 und 7.

Kurze Ausschnitte aus Alltagsgesprächen geben Beispiele für die Sprachanwendung. Anhand kurzer Übungen kann der Inhalt der Lektionen nochmal wiederholt und eingeübt werden.

Viel Spaos bi’t Westfäölsk küern!

Lektion 8

In düsse achte Lektion geiht dat üm de Utspraoke vun’t westfäölske (Mönsterlänner) Platt un wuso dat wat Besunners is. Wat dat Plattdütske üöwerall in Norddütskland utmakt – de zweite Lautverschiebung – steiht in Lektion 2.

Vokale

Dat Platt vandage, dat kümp vun de ollen Sassen un ähre Spraok – dat Altsächsische. Düsse Spraok is de Grundsteen för all plattdütsken Mundaorten un wüerd bet ca. 1150 spruoken. To düsse Tiet gaff dat kuorte Söwsluute (Vokale) in uopen betonten Silven: bi dat hauchdütske Waort Vogel (up westfäölsk Vuëgel) spriäkt wi vandage dat /o/ lang ut: Vō-gel. To de oltsasske Tiet hett dat glieke Waort nao fu-gal – mit denn kuorten Söwsluut /u/ in de eerste Silve.

Datt gaff acht söcke Kuortvokale in de olle sasske Spraok, de läter in’t westfäölske, ostfäölske un nordneddersasske Platt unnerschaidlicke Entwicklungen nuomen hett:

Altsächsich
(Kurzvokale)
Westfälisch
(westfälische Brechung bzw. bei /a/ gedehnter Langvokal)
Ostfälisch
(gedehnte Langvokale)
Nordniedersächsich, Mecklenburgisch-Vorpommerisch, Brandenburgisch
(gedehnte Langvokale)
1.machenmakonmaken (gedehnt bzw. tonlang)maoken (langes offenes o) maoken (langes offenes o)
2.BachbäkiBiäkeBeekBeek
3.essenetaniätenäteneten
4.siebensivunsiëbensewensöwen
5.kommenkumankuemenkomenkaomen (langes offenes o)
6.übeluvilüewelövelövel
7.offenopanuopenopenaopen (langes offenes o)
8.ÖloliÜölgeÖölÖöl
Altsächsische Kurzvokale und ihre Entwicklungen im heutigen Plattdeutsch

Siëben vun de acht ollen sassken Kuortvokale warrt vandage in’t Mönsterlänner Platt as Tweelude /iä/, /ië/, /ue/, /üe/, /uo/, /üö/ un as een langet /a/ spruoken. Düsse Tweelude wärd as westfälische Brechungsdiphthonge benäömt. De Schriefwiese /ië/, de auk in düsse Lektionen brukt warrt (= ë is een quettet /e/), helpt daobi, denn Tweeluut vun een langen /ie/ to unnerschaiden.

Bi de annern plattdütsken Mundaorten sind de ollen ursprünklicken Kuortvokale lang wuorn un unnerschaidlick tosammen fallen: So giff dat bi’t ostfäölske Platt vadage fief (/ao/, /ē/, /ä/, /ō/, /ö/) un bi’t nordnedersasske drai (/ao/, /ē/, /ö/).

Auk Besunners in’t westfäölske Platt is de Utspraoke vun’t tonlange to de oltsaaske Tiet kuorte /a/ (maken) un vun’t altlange /a/ (Schaop), wat fröher bi de Sassen al lang wesst is.

In‘ Mönsterlänner Platt wärd düsse twee /a/-Luute bis hüüt unnerschaidlick utspruoken:

Dat tonlange /a/ in maken is jüst so, wu dat lange /a/ in’t Hauchdütske – dat altlange /a/ is sowat tüschken /a/ un /o/ (= /ao/ Schaop). In de annern plattdütsken Mundaorten sind düsse twee Luute tosammenfallen, sodat dat dao maoken un Schaop hett.

Konsonanten

Auk bi de Mitluute (Konsonanten) giff dat een paor Unnerschaide in de Utspruoke tüschken Hauchdütsk un Westfäölsk:

Dat /g/ wätt auk an’n Anfang vun’t Waort as Rieweluut /x/ („ch“) utspruoken:

hauchdütsk Gans – westfäölsk Gaus „Chaus“

hauchdütsk gehen – westfäölsk gehen „chaon“

Steiht das /s/ ann’n Anfang un an’n Ende vun’t Waort, so wätt dat aohne Stemm äs een scharp /s/ wu in dass spruoken.

Dat /r/ is enn mit de Tungentipp rolltet „r“.

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