De Dialektatlas Mittleres Westdeutschland

De Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW) is ene Atlasdokumentation (Looptied: 2016-2032) van de Universitäten Bonn (Projektleitung: Claudia Wich-Reif), Münster (Projektleitung: Helmut Spiekermann), Paderborn (Projektleitung: Doris Tophinke) un Siegen (Projektleitung un Proteruniversität/Koordination: Petra M. Vogel), wecke van dat Akademienprogramm van de Bund un Länder fördert un van de Nordrhein-Westfälischen Akademie van de Wissenschaften un Künste betreut wäerd. Dat Ziel van de DMW is, middels direkter Befraogungen de noch fassbaren Bestände van de Dialekte bzw. van de maximal standardfernen Protwiesen van twäi Protergenerationen in’n aaltauhope Bundesland Nordrhein-Westfalen un in Däilen van Neddersassen un Rheinland-Pfalz systematisch un ümfassend kartografisch tau dokumentieren, tau analysieren un de interessierten Öffentlichkeit taugänglich tau maoken.

Standorte und Erhebungsgebiete des DMW (© DMW-Projekt 2017; erstellt
mit QGIS 2017; Quelle: nach Wiesinger 1983, © REDE)

Dräi Äigenoorten täiken de DMW ut: Häi is digital, weil häi van de Erhebung van de Daten aower de Spiekerung un Analyse bis hen tau de Verarbaitung un Darstellung van de Ergebnisse computerstüttet arbaitet. Häi is dynamisch, weil de Karten direkt up gezielte Änfraoge van de Nutzer un Nutzerinnen maoket wäert. Häi is protend, weil de Spraokdaten up de Karten änklickt un anhöört wäern käönt. Een wiederes wesentliches Merkmal van de DMW is, dat in enem äinzigen Atlas de standardfernsten Spraokvarietäten in’n niederdütsken un in’n hochdütsken Ruum erhoben wäert.

Wo bie de Mittelrheinischen Sprachatlas (MRhSA) wäert pro Ort jeweils ene Proterin un een Proter, wecke minnstens 70 Jaohre old bünt un idealerwiese alltied ortsfaste wörn tau eere Mundart befroggt. Taudem wäert in ca. de Halfsschäid van de Orte ok Personen tüsken 30 un 45 Jaohre befroggt, üm aktuelle Tendenzen un Wandelprozesse tau dokumentieren. Et wörden Ortspunkte utwählt, för de all Georg Wenker (1852-1911) Spraokdaten erhoben häff, sodat een Langtiedvergliek van de Daten mäögelk is. Methodisch slutt de DMW än de all affslaoten Atlasprojekte in’n dütsspraokigen Ruum än.

Äs Grundlaoge för de Enkelverprötenge däint een ümfängriekes Fraogebauk mit ca. 700 Aufgaben, wecke unnerschäidelke spraokliche Phänomene van de Systemebenen Phonologie, Morphologie un Lexik sowie ok Phänomene van de grammatischen Ebene van de Syntax affdecket. De Fraogen ümfassen bspw. Übersetzungs- un Ergänzungsaufgaben (u. ä. Die meisten Menschen lesen zum Frühstück …), Ümschriewungen (u. ä. Wie nennen Sie den Zahn, der sich hinten im Mundraum befindet?), Lückentexte (u. ä. Das ist der Mann, … ihm die Banane weggenommen hat.) off Beldbeschriewungen. Baowenbott wäern in’n DMW de Wenkersätze afffroggt. In de Vergliek tau änneren Atlanten is ok de Nutzung van de draw-a-map-Methode ut de Wahrnehmungsdialektologie näi. Bie düsse Aufgabe gaiht et üm de Fraogen Wo überall/bis wohin spricht man so wie hier in Ihrem Wohnort?, Wo überall/bis wohin spricht man so ähnlich wie hier in Ihrem Wohnort? un Wo überall/bis wohin spricht man ganz anders als hier in Ihrem Wohnort?.

Wi häbbt Jau Interesse för das DMW-Projekt weckt? Dänn maoken Säi mit un melden sik bie usse Mitarbaiter un Mitarbaiterinnen van de Standort Münster. Hierför häbbt wi hier potenzielle Erhebungsorte uplistet un taudem käönt Säi hier insäihn, in wecke Orte all Befraogungen dörlett wörden.

Düsse Bidrag is schriewen in Emslänner Platt.

Quellen:

  • Albers, Marius (2018): Der Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW) – Ein digitaler, dynamischer, sprechender Sprachatlas. In: Heimat Westfalen. 2/2018. S. 25-27.
  • Carstensen, Kai-Uwe/Spiekermann, Helmut/Tophinke, Doris/Vogel, Petra M./Wich-Reif, Claudia (2020): Zur Methodik des Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW). In: Korrespondenzblatt des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung 127, S. 107-114.
  • Gehrke, Gero/Kuhmichel, Katrin/Sauermilch, Stephanie/Wallmeier, Nadine (2020): Dialektatlas Mittleres Westdeutschland (DMW) – Methodik, Akquise, Exploration und Analyse. In: Niederdeutsches Wort 60, S. 7-33.
  • Gehrke, Gero/Reinhardt, Katrin/Sauermilch, Stephanie/Wallmeier, Nadine (i.D.): Sprechertypen in der Forschung und in der Exploration für den Dialektatlas Mittleres Westdeutschland. Erscheint in: Niederdeutsches Wort 61.



Theater in’t Münsterland

Dat plattdütsche Theater is eene von de wichtigsten Oorte, woar de Sproak noch proatet wat und tou seein is. Meest in lustige Stimmung wat dat Stück kiecket und klönt. Doar kann man seeien, dat Plattdütsch lebendig is und Spaß moakt. So een Theaterbesöök is een geselliget un kulturellet Erignis und lohnt sück. Daför habt wi hier een kleene Tousammenstellung von plattdütschen Bühnen in un um Münster:

Plattdeutsche Bühne Haltern

De Bühne güfft et all sit 1988 un is de Verien is dat ganze Joar aktiv. Düsset Joar wat dat Stück „De Banküwerfall“ upführt. Tickets un Termine güft et hier:

https://plattdeutschebuehnehaltern.jimdo.com/

Niederdeutsche Bühne am Theater Münster e.V

Eene noch längere Tradition haff de Niderdeutsche Bühne am Theater Münster e.V. . De fiert düsset Joar dat hunnerste Jubiliäum. Doarför gäv es taalrieke (un verdiente) Fierstunnen. De Höhepunkt von disse Fierlichkieten is dat Stück “ En Midsummernachtsdraum“ von W. Shakespeare. Hannes Demming haff översettet. Termine un Koarten hier:

http://www.niederdeutsche-buehne-muenster.de/

Laienspielschar Nienberge

Ook in Nienberge kunn man plattuitsche Ufföhrungen seihn.. Düsset Joar wat eene Komödie mit denn Titel „Dumtüüg to twwet“ upföhrt. Dat Stück is von Erika Elisa Karg. Termine un Tickets:

https://theater-nienberge.de/one-pages/Theater2020/index.html#home-section

„Lach män lück!“ aus Münster-Albachten

De plattduitsche Speelgemienschaft föhrt sit 1978 jedet joar um de Wintertiet een Stüc up und unnerhölt so de Lüe und erhöllt de Plattduitsche Sproak. Düsset Joar wat dat Stück „Trudes Bude“ speelt.

https://www.plattdeutsches-theater-albachten.de/

Plattdeutsche Laienspielschar Nottuln e.V.

In Nottuln geiht et – tuminnest in den Titel – fröhlick tou. Doar war dat Stück „Drei Korn un een Söten toviell“ speelt, woar et um de Folgen von een lustigen Omd. Tickets und Termine hier:

http://plattdeutschelaienspielschar.de/

Düss is blot een unvollstännigen Öwersicht un et güff noch masse annere Bühnen. Wenn ih noch annere Theater kennt of süwet speelt, schriew dat gerne in de Kommentare unner düssen Bidrag.

Düssen Bidrag was schreeven in Emslänner Platt.




Ik moak di Platt!

In düsse Kategorie geiht dat normalerwiese dorum, Wöer tou erfinnen för neie Begriffe. Düsset moal schöll dat anners ween. Um tou kieken wecke neijen Wöer dat so güff, hab ick Sieten tou Jugendsproak schmöckert. Dorbie is mi upfallen, dat es för masse Begriffe eegentlich moie plattdütsche Wöer güff. Een paar Öwersettungen Platt-Jugend/ Jugend- Platt:

Hirnblähungen: Jugendsproak för Dummtüch. Unsinn in Kopp of Blödsinn moaken.

Kurvenschuhe anhaben: Jugendsproak för dune ween. De Zustand in de man kummt wenn man masse drinket und in de man masse Dummtüch in Kopp haff.

Cornern: In Jugendsproak ment dat, an een Eck steihn un mit Frünnen schnacken un veelechte ook wat drinken of eeten.Up Platt is dat Klönen: Mit nette Lüe tousome stahn of sitten und dorbei schnacken, drinken un eeten.




Spraokmengeler in’t Ruhrgebiet – Wat is dran an de Klischees?

Dat Gebiet twischen Rhein un Ruhr häff eene besünnere Spraoke. Ümdat vör över hunnert Johr vääle Lüe met ünnerscheedlicke Dialekte in eene kotte Tiet in’t Ruhrgebiet kamen, was eene näie Umgangssprache entstaohn, de Ruhrdeutsch nöömt wäerd. De Fraag, de vääle interesseert, is, woans so eene Spraoke entaohn konn un vör allens, wecke Lüe darop inwarkt häbbt.

Einflüsse ut’t Polnische?

Eene populäre Erklärung is, dat polnische Inwanderer, de to’t Arbeiden in de Region köömen, ähre Moderspraok metbrochten un so de dütske Spraoke ännerten. Düsse Theorie giff et al siet de 1920er und ok vandage findt sick Lüe, de dat glöövt. Dat de Theorie man nich stimmt, häff de Sprachwissenschaftler Heinz Menge vör över därtig Johren wiest: De meisten Ruhrdeutsch-Merkmaole kaomt ut de niederdeutschen Dialekte – Westfaolsk und Neederfränkisch, de vör de Industrialisierung Masse proot wörden. Met polnische Satzbau un Wöer heff Ruhrdeutsch nich vääl to doon. Dat eenzige polnische Woort, dat vandage recht bekannt is un ok brukt wäerd, is Mottek (pol. eegens Młotek) – op Hoogdütsk Hammer. Dat de Polen hier ähre Sporen hinterlassen, maakt Sinn, denn de Hammer wörd faken in’n Bergbau bruket – Eene Branche, wo vääle Polen domals Arbeid fünnen.

Vääle Spraoken statt Spraokmengeler

Fremdspraoken giff et Masse in’t Ruhrgebiet, man dat häff nich to eene Mengeler führt. Dat is mehr eene Veelfalt van heel unnerschaidlike Spraoken: Türkisch un Arabisch kann nau so hört wäern as Polnisch, Englisch un Hoogdütsk. Spraoken wäerd nich alltied mengelert un eene neue Spraoke enstaoht. Daför dat dat passeert, mäöt bestimmte Bedingungen erfüllt sein. För de plattdütske Dialekte und Hoogdüütsk bünt düsse Bedingungen vör över hunnert optimal weest.

Ruhrdeutsch twischen Plattdütsk un Hoogdüütsk

Sprachwissenschaftler geiht daovan ut, dat sik met Ruhrdeutsch eene
Ausgleichssprache (Harden 1985) twischen Plattdütsk und Hoogdütsk utbildet heff. De Dialekte, de in’t Ruhrgebiet spraoken wäerd, konnen de Inwanderer nich good verstaohn. Hoogdütsk annerseits habbt vääle Lüe goar nich richtig läern könnt, umdät dat to wenig Schoolen gööv. De Bewaohner mossten sick man verstaohn un hebbt van beide Spraoken Merkmaole övernaomen. Sowat ist besünners einfach, wenn de Spraoken – as Plattdütsk ud Hoogdütsk- bestimmte Ähnlichkeiten häbbt. So bünt Twischenformen entstaohn, wat in de Bispääle wiest is:

  1. Plattdeutsch: met sien Auto
  2. Ruhrdeutsch: mit sein Auto
  3. Hochdeutsch: mit seinem Auto
  1. Plattdeutsch: op de Bank, an de Straote
  2. Ruhrdeutsch: auffe Bank, anne Straße
  3. Hochdeutsch: auf der Bank, an der Straße

Alltohoop kann nu seggt wäern, dat dat doch sowat as een Spraokmengeler gaowen häff. Blots häff dat twischen Plattdüstk und Hoogdütsk stattfunnen. Vandage deit de Bewaohner in’t Ruhrgebiet dat faken gor nich weeten. Spraoklike Formen as auffe un anne wäert neben de hoogdütsken Formen in’n Alldag bruket.

Düsse Bidrag is schriewen op Emslänner Platt

Literatur

Menge, Heinz (1985): Einflüsse aus dem Polnischen im Ruhrgebiet? In: Mihm, Arend (Hg): Sprache an Rhein und Ruhr (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beihefte). Stuttgart, Steiner: 223-244.

Harden, Theo (1985): Zwischen Wenker und dem ersten Weltkrieg. In: Mihm, Arend (Hg): Sprache an Rhein und Ruhr (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beihefte). Stuttgart, Steiner: 99-106.

Schiering, René (2005): flektierte Präpositionen im Deutschen? Neue Evidenz aus dem Ruhrgebiet. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, 72, H. 1:52-79.

Mihm, Arend (1997): „Die Realität des Ruhrdeutschen – soziale Funktion und sozialer Ort einer Gebietssprache. In: Ehlich, Konrad; Elmer, Wilhelm; Noltenius Rainer (Hgg.): Sprache und Literatur an der Ruhr. Essen: Klartext: 15-34.




Up’n Pütt in’t Ruhrgebiet

In’t Ruhrgebiet wörd in’n 20. Johrhunnert de meeiste Steeinkoole in Dütskland afboot. De Arbeiders in’n Bergbau wörd Kumpels nöömt und för ähre Arbeit göngen säi up’n Pütt. Een Pütt is up Platt een Schacht of Brunnen, man in’t Ruhrgebiet wörd dat heele Bergwerk as Pütt beteknet.

De Anfönge

Al in dat Middelöller was in de Gegend üm den Fluss Ruhr Steeinkohle afboot worden. Man ers in dat 16. Johrhunnnert kann van Bergbau prootet wäern, as de Lüe anföngen Schächte – de Pütts – to graoben, de een poar Meters däip wörn. In düsse Pütts wörd unnen de Koole met Häcken afboot, in Körwe packt und met ene Winde nao baowen brocht. Later wörden ok waogerechte Stollen in de Berge driewen un metenanner verbunnen.

De Industrialisierung

Dör technesche Innovationen was dat mäögelk, in 19. Johrhunnert den Afboo van de Koole unner de Eer to verbäätern. Een Problem was bis nu weesen, dat Grundwater in de Stollen flaihde, wenn to däip graobt wörd. Doch met de Dampmaschine konn nu dat Water afpumpt wäern un de Schächte wörd däiper as vörher. In düsse Tiet is ok dat Afboogebiet wassen. In’n Emschertal güff et gröttere Koolevorkommen as bi de Ruhr, de nu togänglik wörn.

De Bergwerkbedrieb

Eene Hochtiet van’n Bergbau kömm tostanne, as de Schächte wieter un wieter utboot wörn. Een Berwerk entwickelte sick so to ene grote Industrieanlage. Dat wichtigste Element – De Förderturm – is een Waohrteken för dat Ruhrgebiet worden. De is för dat Upbringen van de Koole in’n Förderkorb tostännig und de Arbeiders föhrn daomet unner de Eerd. In unnerschäidelke Däipe wörden nu Stockwerke anleggt, wat in de Fachspraok de Sohlen bünt. Van düsse Sohlen ut konnen de Berglüe to de Flöze köömen, wecke de Gesteinsschichten beteknen, in de de Koole insloten was. Een Flöz leeg man nich immer waogerecht to ene Sohle. Faken verlaupen säi schräg dör de Eerd, wat den Afboo heel lastig möök. Nao den Afboo wörd dat Gestein met Eisenbahnen to den Schacht un tolest met den Förderkorb na baowen brocht.

Zeche Leopold Dorsten – Schacht Baldur in 1200-1300m Däipe. Besöikers kiekt, as dat unner Dage utsütt. Säi loopt to een Streb. Dat is de Stee, wo de Koole ut’n Flöz holt wäerd.

 

Arbeit unner Dage

1940 fünd över 500.000 Lüe  ähre Arbeit in de Ruhrzechen. Besünners bekannt is de Zeche Zollverein in Essen, de vandage bekiekt wäern kann.

Dat doamals güff veele Berope, de för verschedene Opgaben tostännig wörn. De bekannteste is de Steiger, de wiel ene Schicht kieken mösste, dat elke siene Arbeit richtig möök. De Hauer was een Arbeider, de Koole met unnerschäidelke Werktüge ut dat Gestein afmöök. Doamet all Anlagen und Geräte immer parat wörn, har de Zeche ok egene Handwerkers un Lüe met technesche Utbildung, to’n Biespeel Schlossers un Elektrikers. Ähre Utbildung was besünners för de Arbeit in ene Zeche utrichtet.

De Berglüe harn enen gooten Lohn un veele Vördeele, vergliekt man säi met Lüe de woanners arbeiden. Säi kreegen ton‘ Biespeel Koole üm tohuus to heten un säi konnen in Zechensiedlungen  Hüser för wenig Geld boen. Doch de Preis dorför was ene gefärhliche un för’n Lief schwoare Arbeit. Nich wenig Berglüe harn later in’n Läben Probleme met ähre Gesundheit.

2018 – Dat Enne van‘ Bergbau

De leste Zeche de vandage noch aktiv ist, steiht in Bottrop. In’n Bergwerk Prosper-Haniel bünt no över 4000 Lüe beschäftigt. Ers 2011 wörd ene neije Sohle för den Afboo opmaoket. Doch de Kooleförderung in’n Rurhgebiet is in de lesten 50 Johre komplizeert worden. De Flöze liggt in düsse Region 1000 Meters däip un dat lohnt sick vandage nich mehr die Kohle van doa unnen to fördern. De Subventionen van Staat, de dat nu al siet veele Jahre giff, wäerd 2018 endet. Doamit hett dat nu für de leste Zeche in’n Ruhrgebiet Schicht in’n Schacht.

Wenn ok in Tokunft de Koole kiene Rolle mehr spält, bliff doch de Erinnerung un dat kulturelle Erbe van’n Bergbau, denn düsse Industrie heff dat Ruhrgebiet un siene Bewaohners prägt.

Düsse Bidrag is schriewen op Emslänner Platt.

 

Quellen:

Ehses, Birgit (2005): Das Ruhrgebiet. Zahlen, Daten, Fakten. Regionalverband Ruhr.
Elmer, Wilhelm; Schlickau Stephan; Stube, Bernhard (1993) Glückauf Ruhrrevier. Sozialgeschichte, technische Entwicklung und Sprache im Bergbau. Essen: Glückauf Verlag.
https://www.metropoleruhr.de/land-leute/daten-fakten/bergbau-ende-2018.html [zuletzt abgerufen am 30.11.2018]

 




Sprachkurs Westfäölsk — Lektion 3

Dies ist ein kleiner Sprachkurs für das Westfälische bzw. Münsterländer Platt. Hier geht’s zu Lektion 1 und Lektion 2.

Kurze Ausschnitte aus Alltagsgesprächen geben Beispiele für die Sprachanwendung. Anhand kurzer Übungen kann der Inhalt der Lektionen nochmal wiederholt und eingeübt werden.

Viel Spaos bi’t Westfäölsk küern!


Lektion 3

In düsse diärde Lektion geiht dat üm Verben vön de Kiëgenwart (Präsens). Jüst wu in’t Hauchdütske giff dat regelmäßige un unregelmäßige Verben. Dat is aower vörniëhmlick för de annern Tieten (Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und II) van Belang, de in de folgenden Lektionen afhannelt wätt.

In’t Präsens Aktiv süht de Konjugation vön de regelmäßigen un unregelmäßigen Verben in de Kiëgenwart meest gliek un folgendermaoten ut:

An de Stamm vun dat Waort mott de jewielige Endung ansett wäörn. Wat nu de Eentahl (Singular) angeiht, so giff dat bi de Endungen kien Unnerschied tüschken dat Platt- un Hauchdütske (ich bezahl-e ⇒ ik betahl(e) / du bezahl-st ⇒ du betahl-s(t) / er, sie, es bezahl-t ⇒ he, se, et betahl-t).

Bi de Mährtahl is dat anners äs bi dat Hauchdütske; hier giff dat in’t Plattdüstke ne Sake, de Einheitsplural heit. Dat heit, dat bi de Mährtahl alltiet de glieke Endung anhangt wätt. Mit dat Kriterium lött sick auk dat Plattdüstke in West- un Ostniederdeutsch unnerscheiden, wat westlick un austlick vun’ne Linie Travemünde-Dannenberg-Werniegerode küert wött. Austlick davun seggt se wi maken, ji maken, se maken un westlick davun segg se wi makt, ji makt, se makt (wir machen / ihr macht / sie machen).

Westfäölsk häört natürlick to dat Westnedderdütske, so dat hier een -t ansett warrn mott.

 


Sprachkurs-Übung

Sett de richtige Endung in. De Tabell helpt Di dorbi

 

Dat Kind (liäsen) ________ dat Book.

Ik (heiten) _________ Julia.

Wi (küern) ________ Platt.

So (maken) ________ wi dat.

Du (kennen) _______ mi guet.

(Goahn) ________ ji inkaupen?

Se (liggen) ________ an’n Kanaol.

Karl (drinken) ________ Kaffee.

 




Een plattdütsket Quiz

Uk in düsse Utgave güff et weer een plattdütsket Raodsel. Düttmaol mott man ruutfinnen, off de Saoken, de hier vertellt wäern, stömmen off nich. Wenn ji jau för eene Antwort entschaidet häbbt, schriewt den Baukstabe up. De Baukstaben van aale Antworten gääwet änt Ende een Lösungswaord. Een kleener Tipp: Aale Antworten finnt ji in de Bidräge van düsse Utgave.

Vääl Spaos!

  1. Dät persische Näijohrsfest, dät „Fest van de gääle Ai“, wäerd in’n Fröihjohr fiert. Dät Gääl is en Taiken för Lucht un Auferstehung (auferstehen=upstoahn). Richtig: T / Falsk: L
  2. De Spiekerhof lich in de Midde van Mönster. Fröiher was an düsse Stelle de Kornspieker van de Domherren, man vandage staiht hier de Kiepenkerl-Denkmal. Richtig: E / Falsk: I
  3. Masematte was in’n 18. Joahrhunnert entstaohn un wörd daafäör brükt, üm Hannel to betrieven. Richtig: B / Falsk: G
  4. Up Masematte känn man tau en dullet Kind uk „Töle“ seggen. Richtig: B / Falsk: N
  5. Eierschuven is en Osterbruuk ut Bautzen, dät faoken uk mit Appelsinen späält wäerd. Richtig: I / Falsk: A
  6. Eene traditionelle Söitechait tau Ostern is de „Koolde Hund“. Richtig: P / Falsch: T
  7. Änt „Drubbel“ bi den Dom un de Lambertikärke wör fröiher alltied vääl loss. Richtig: L / Falsk: E
  8. In’n Kreuzviertel, Pluggendorf und Herz-Jesu-Viertel was Masematte besünners wiet verbredet. Richtig: O / Falsk: E
  9. Wöer äs „jovel“ un „schovel“ bünt ut de jiddiske Sproake in de Masematte kaomen. Richtig: G / Falsk: A
  10. Aierloopen häbbt fröiher mäisttied den Grooten späält.  Richtig: N / Falsk: P
  11. De „Voßgasse“ lich in’n Norden van Mönster, worän in‘n 13. Joahrhunnert en groot Wald grenst häff. Dor is eenem faoken en „Voß“, (hd. „Fuchs“) äöwer’n Wegg lappt. Richtig: U / Falsk: I
  12. Dät de Osterhaose utfunnen wörd, is noch nich solange her. Richtig: T / Falsk: M

Wenn ji nu aale Baukstaben ümmekehrt (van 12. bis 1.) lääset, krieget ji dät Lösungswaord. De korrekte Lösung köönt ji in de näste Utgave van’n Nettelkönning in’n August 2018 finnen.

Düsse Bidrag is schriewen in Emslänner Platt.




plattdütske Wintertiet

In de tweede Utgave van’n Nettelkönning warrt de näie Rubrik Literatur opmakt. Nu giff dat de Möglikkeit över all, wat met plattdütske Literatur to daun häff, to berichten. To’n Biespäl Vörstellungen van näie Bökers up Platt of ok egene Gedichte un Geschichten.

Düsse Bidrag stellt enen Klassiker van Augustin Wibbelt vör – een heel mojet Gedicht äöwer de Winter, dat up Westfäölskes Platt schriewen is. Wibbelt was egentlich katholscher Priester und lävte van 1862 bit 1947. Dat Gedicht kaomt ut sienen beropenen Band „Mäten-Gaitlink“.

De Winter

De Winter kümp in’t Land
He plückt de Baime kahl
Un wo he äöhmt, de Wiesk
Se wät so fost un fahl.
Nu smitt he dicken Snei
Met vulle Hand hendahl.
De  ganze Welt is Witt,
De kaolle Wind de snitt.

De Hasen un den Vöß
De driägt ihr wullen Jack,
De Mus krüpp deip in’t Lock,
De Lünink unner’t Dack.
Un wi – Guott Dank – wi sitt’t
Auk unner Dack un Fack
Met Mann un Frau un Kind
Un lustert up den Wind.

De Winter geiht üm’t Hus
Un luert dör de Gliew,
He rüttelt an de Düör
Un kloppet an de Schiew.
Du wille rugge Gast,
Blief du us män von’n Liew!
Wi häfft – Guott Dank – en Füer,
Dicht Dack un faste Müer.

Wibbelt, Augustin: De Winter. In: Mäten-Gaitlink, nach der Ausgabe Rheda-Wiedebrück: Heckmann 1991, 7. Auflage.

 

Düsse Bidrag is schriewen in Emslänner Platt.




Een plattdütsket Quiz

Up düsse Siete giff dat een plattdütsket Quiz, akkerat säggt een Sülwenraodsel. Kleener Tipp: All Wäör kaomt in de Bidräge in de tweide Utgave van’n Nettelkönning vör off häfft tau doon mit de Themen Wintertied un Wiehnachten.

De korrekte Lösung köönt ji in de näste Utgave van’n Nettelkönning in’n April 2018 finnen. Dat Lösungswaord van’n Raodsel ut de lesste Utgave is „Riesefelders“.

ad – ad – ao – äs – bal – bao – bend – ber – beth- bläi – boom – bow – but – ci – cken – dä – däg – däg –  dan – de – den – due – dul – en – er – er – fa – fää – fast – fon – fü – gäi – gau – gau – geis – gen – ger – glaih – glücks – hau – hem – hil – ja – johr – johrs – johrs – ka – kar – kär – kau – ke – ke – ken – le – le – le – ler – let – lig – mann – maon – me – mes – miss – mo – myr- neel – nacht – nachts – näi – näi – näi – ne – nen – nen – phie – pro – rac -rau – rhe – rook – ruutsk – sar – sät – sching – schorn – sekt – sen – ser – sit – so – stäin – swaon – swien – tan – tän – te – ten – ter – tha – tre – ty – ü – üm – val – vent – vent – vör – wäih- was – wie – wien – wo – ze

  1. Wat gröint in’n Sommer äs in’n Winter un maokt Fraide to Wiehnachten de Kinner?
  2. Een typisket Gebäck to Näijaohr in Noorddütskland?
  3. Up de Wiehnachtsmarkt kunn eens sik de Fingers an’n … wärmen.
  4. Wo nöömt man de Tied vör de Fastentied, wo eens naoh äinmal richtig pläseerlick is un fiert?
  5. De Aobend van’n 24. Dezember nöömt man?
  6. Well drifft to Silvester mit sien Düwelselsheer sien Unwesen?
  7. Wat ett eens traditionell to Silvester?
  8. Een wiehnachtlisket Kruut?
  9. Wo hett Karneval in Süddütskland?
  10. Well häff de Utstellung Coming in the Air plaont?
  11. Wat för’n Dier galt bie de Germanen as een hilliges Dier?
  12. Wat vermaokt man to Silvester?
  13. Well schöllde fröiher mit Gedrüüs, Spektaokel un Füerwark to Silvester verdriewen wäern?
  14. Well stulpert to Silvester äöwer dat Tigerfell?
  15. Eener van’n dree hilligen Könninge?
  16. Wat nähmt man sik jedet Johr up dat Näie tö Silvester för?
  17. Wat wünsket eens sik to Silvester?
  18. In wat för ene Kärke find man ene Utstellung van’n Cityadvent?
  19. De väir Wääken vör Wiehnachten häiten?
  20. Wat maokt häil driester Mensken an’n Näijaohrsdag?
  21. Mit wat för Aktivitäten versöiket eens to Silvester sien Vörut tau düüen?
  22. Wat is de Höchtepunkt van’n Karneval?
  23. Wat hang unner däi Tied van de Utstellung in’n Middelschüpp van de Überwasserkärke in Mönster?
  24. In wat för’n Ort is Jesus Christus born worn?
  25. För welke Fruu mäöt Butler James so vääl Wien drinken un wärd dorbie alltied duuner?
  26. De … häff eenen rooten  Mantel, eenen langen witten Boort un enen Säck vull met Geschenke.
  27. Wenner höört de Karneval up?
  28. Wormit stött man tau Silvester an?
  29. Wat is in de Pötten van’n Ingäng van’n Überwasserkärke tau finnen?

Düsse Bidrag is schriewen in Emslänner Platt.




Rais naoh Mönster

Mönster is näömt de „heimliche Hauptstadt“ van Westfaolen. Met 300.000 Inwaohners is dat dat Zentrum van dat Mönsterland, eene Verwaltungs- und Universitätsstadt, de ok masse an Kultur und Geschichte to wiesen hätt.
Een Gang däör de Oltstadt van Mönster laohnt sik jümmers. Dao is de Lambertikerke met de drie Wedderdüüfer-Käfige. Dao is ok de Dom met de Domplatz, wao elke Middeweken un Saterdag de Wochenmarkt is, de masse Lüe antreckt. Un dao is dat olle Raothuus up den Prinzipalmarkt. Masse Lüe kaomt, ümdat se dat bekieken willt. Elke Jaohr kaomt duusende van Mensken naoh Mönster as Touristen un fäöhlt sik hier gaut upnaohmen.

Mönster is mehr as dusendtwäihundert Jaohr aolt. De Gründer was de Missionar Liudger, de ok de erste Bischup van Mönster wörr. De Naomen van de Stadt kaomt van „monasterium“, wat dat latinkse Wäörd för Klouster is. In’t Middelöller was Mönster heel van Belang för den Hannel in Westfaolen, wiel de Stadt to den Hanse-Städtebund höör. Mönster is ok bekannt för de „Westfäölske Friäden“, de den därtigjäorigen Krieg ofmaakt hett.

Well vandage in Mönster waohnt of een Besöik maakt, brukt op jeden Fall een Fohrrad. Van de Bewaohners wät dat ok „Leeze“ näömt. Daomet kann man överall in Mönster fäöhren – to’n Biespäil op de Promenade. Dat is ene Straote de bloots för de Fohrradfahrers is un eenmaol üm de ganze Oltstadt fäöhrt. Mönster is een Vörbeld för den Fohrradverkiähr in Dütskland un in’t Utland. Daarum het Mönster ok den Binaomen „Fahrradstadt“.

Wat de Kultur angeiht, gifft dat masse to säihn. Dao is dat Picasso-Museum of dat näie LWL-Museum för Kunst und Kultur. Dat wörr 2014 weer open maakt und wiest Kunstwiärke van dat Middelöller bes to de Modeerne. Mönster het ok mehrere Theaters. Mennigmaol warrt dao ok Stücke op plattdütsk upfäöhrt. De Niederdeutsche Bühne spält opstunns to’n Biespäil de Kriminalkomödie „Acht Fraulüü“.

Dat fürstbischüplike Slöss van Mönster is ok säihnswert. Dat is aower kien Museum, sünnern Sitz van de Westfäölske Wilhelms-Universität. De wörr all in’t 18. Jaohrhunnert gründt, het ene lange Tradition un vandage üöwer 43.000 Studenten.

In Mönster gifft dat ok een Meer. De Aasee ligg nich wied van de Oltstadt und een Spazeergang üm dat Meer herum is sömmerdags as ok winterdags een mojet Ding. Well in Mönster noch mehr van de Natur säihn will, kann met siene Leeze ok an’t Kanal langs föhrn. Dao bünt de Rieselfelders – een Gebiet för Vaogels, wo veele Mönsteraners geern een Utfaohrt hen maakt.

Wenn man methän ene Rais naoh de heimliche Hauptstadt van Westfaolen maakt, gifft dat för elkeen masse to opdecken.

Düsse Bidrag is schriewen in Emslänner Platt.